Festliches Mozart-Konzert zu Weihnachten

Die Liedertafel Neustadt präsentiert am dritten Adventssonntag, 17. Dezember, im Saalbau die Große Messe in c-Moll sowie die Vesperae solennes de Confessore von Wolfgang Amadeus Mozart.

Wolfgang Amadeus Mozarts Große Messe in c-Moll (KV 427) zählt zu den herausragenden Messvertonungen der europäischen Musikgeschichte. Am dritten Adventssonntag, 17. Dezember, präsentiert die Liedertafel Neustadt dieses monumentale Werk im Saalbau. Mozarts Vesperae solennes de Confessore (KV 339) stehen ebenfalls auf dem Programm. Das festliche Weihnachtskonzert mit der Kurpfalzphilharmonie Heidelberg unter der Leitung von Jürgen Weisser beginnt um 19:00 Uhr. Die Solopartien übernehmen Anabelle Hund (Sopran), Giorgia Cappello (Sopran), Axel Paridon (Tenor) und Leon Tchakachow (Bass). Bereits um 18:00 Uhr startet ein Einführungsvortrag im Beethovensaal. Darin erläutert Chorassistent Fabio Freund Wissenswertes rund die beiden Werke.

Karten:
Mitglieder 20 Euro / 15 Euro, Gäste 25 Euro / 20 Euro, Schüler 10 Euro

Medien-Echo:

Wochenblatt-Reporter (17.12.2023)

Mittelhaardter Rundschau (18.12.2023, Rheinpfalz-Plus-Artikel)

Details zum Programm

  • Reihenfolge der Werke

    Wolfgang Amadeus Mozart

    (1756 – 1791)

     

    Vesperae solennes de Confessore (KV 339)

     

    • Dixit Dominus (Psalm 109)
    • Confitebor (Psalm 110)
    • Beatus vir (Psalm 111)
    • Laudate pueri (Psalm 112)
    • Laudate Dominum (Psalm 116)
    • Magnificat

     

    Pause

     

    Große Messe in c-Moll (KV 427)

     

    Kyrie

    • Kyrie

     

    Gloria

    • Gloria
    • Laudamus te
    • Gratias
    • Domine
    • Qui tollis
    • Quoniam
    • Jesu Christe
    • Cum Sancto Spiritu

     

    Credo

    • Credo
    • Et incarnatus est

     

    Sanctus

    • Sanctus
    • Hosanna

     

    Benedictus

    • Benedictus
    • Hosanna
  • Virtuose Klangwelten voller Geheimnisse

    Sanft schwellen die Töne an, als der Chor in das schwebende Sopran-Solo einsetzt. Im „Laudate Dominum“ hat Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) den Lobpreis Gottes klanglich zu einem schlichten und umso innigeren Gebet verdichtet. Bis heute zählt der 5. Satz der „Vesperae solennes de Confessore“ (KV 339) zu seinen bekanntesten kirchenmusikalischen Schöpfungen. Mozart komponierte sie 1780 in Salzburg im Alter von 24 Jahren. Kurz zuvor war seine Mutter in Paris gestorben. Die „Vesperae“ folgen der katholischen Liturgie für eine Vesper. Sie umfassen sechs Sätze, darunter fünf Psalmen aus dem Alten Testament und das „Magnificat“ aus dem Lukasevangelium.

     

    Musikalisch entfaltet Mozart in den „Vesperae“ die ganze Bandbreite menschlicher Emotionen, von den Schrecken des Jüngsten Gerichts über die tröstende Hoffnung auf die nahende Erlösung bis zu überschwänglicher Freude. Der abschließende Chorsatz bringt Pauken und Trompeten zum Erschallen. Sie verleihen dem festlichen Werk das Attribut „solennes“. Der Zusatz „de Confessore“ verweist auf einen nicht näher bezeichneten und daher nicht exakt datierbaren Vespergottesdienst im Salzburger Dom zu Ehren eines Bekenners oder Heiligen.

     

    Ein gleichermaßen monumentales wie mysterienumwobenes Werk ist die „Große Messe in c-Moll“ (KV 427). Wenngleich unvollendet, zählt sie angesichts ihrer enormen Virtuosität und stilistischen Vielfalt zu den herausragenden Messvertonungen der europäischen Musikgeschichte. Die Bezeichnung „Große Messe“ ist ein späteres Attribut. Formal gehört das Werk zum Typus der Missa solemnis.

     

    Losgelöst von allen kirchlichen Einschränkungen der Salzburger Zeit – der dortige Fürsterzbischof Hieronymus von Colloredo schätzte insbesondere kurze Messen – begann Mozart, ein Jahr nach seiner Übersiedelung nach Wien, im Sommer 1782 mit der Arbeit an der „Missa in c“. In einem Brief an seinen Vater vom 4. Januar 1783 erwähnt er ein Gelöbnis, das er „ganz vür sich in seinem Herzen“ getan habe, als Danksagung für die Genesung seiner Verlobten Constanze Weber ein solches Werk zu komponieren. Mozart plante, es am 26. Oktober 1783 in der Salzburger Peterskirche mit Constanze – seit August 1782 seine Ehefrau – als Sopran-Solistin aufzuführen. Dokumentarische Nachweise für eine tatsächliche Aufführung fehlen.

     

    Mit seiner „Großen Messe in c-Moll“ schuf Mozart ein Werk, das den Rahmen seiner bisherigen Messkompositionen sprengte. In jenen Jahren setzte sich der Komponist intensiv mit den Werken Georg Friedrich Händels und Johann Sebastian Bachs auseinander, die er in Wien durch Gottfried Bernhard Freiherr van Swieten kennengelernt hatte. Doch nicht nur diese beiden barocken Meister stehen hinter der „Großen Messe in c-Moll“. Bedeutende italienische Komponisten des 18. Jahrhunderts erscheinen gleichfalls transfiguriert. Die teils achtstimmigen Fugen im „Gloria“ und am Ende des „Sanctus“ zeigen, in welch hohem Maße Mozart den kontrapunktischen Stil mit eigenem Geist erfüllt hat. In ihrer überwältigend-berührenden Innigkeit setzt auch die Sopran-Arie „Et incarnatus est“, die das Geheimnis der Geburt Christi klanglich fasst, Maßstäbe. Durch die pastorale Instrumentierung mit Flöte, Oboe und Fagott zur Begleitung der Singstimme zeichnet sie die Hirtenszene an der Krippe nach.

     

    Wie sein großes letztes kirchenmusikalisches Werk, das „Requiem“ (KV 626), ist auch die „Große Messe in c-Moll“ ein Torso geblieben: Das „Credo“ ist unvollendet, das „Agnus Dei“ fehlt ganz. Motive aus „Kyrie“ und „Gloria“ arbeitete Mozart später zu dem Oratorium „Davide penitente“ um. Warum er hingegen die fast ein Jahrzehnt vor seinem Tod im Alter von nur 35 Jahren begonnene Messvertonung nicht fertiggestellt hat, ist nicht eindeutig geklärt. Seit dem 19. Jahrhundert gab es immer wieder Versuche, die fehlenden Teile des Fragments anhand von Skizzen des Komponisten zu ergänzen. Die Aufführung der Liedertafel Neustadt bei ihrem diesjährigen Weihnachtskonzert folgt der Edition von Frieder Bernius und Uwe Wolf, erschienen im Carus-Verlag. Erklärtes Ziel der Herausgeber ist es, „mit größtem Respekt vor dem vorhandenen Material die Aufführung zu ermöglichen, ohne Mozarts musikalische Handschrift mit eigenem Zutun zu überdecken“.

Die Solisten

  • Anabelle Hund, Sopran

     

    Die deutsch-französische Konzertsängerin Anabelle Hund studierte zunächst an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim Schulmusik mit den Schwerpunktfächern Gesang (Prof. Snežana Stamenković), Klavier (Ulrich Meining) und Dirigieren (Prof. Georg Grün und Prof. Klaus Eisenmann) sowie Französisch an der Universität Mannheim. Es folgte ein solistisch-künstlerisches Aufbaustudium für Gesang an der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg bei Prof. Heidrun Luchterhandt. Diese Studiengänge schloss sie erfolgreich ab. Seitdem ist sie als freiberufliche Konzertsängerin und Gesangspädagogin tätig.

     

    Anabelle Hund tritt regelmäßig im In- und Ausland auf, wobei sie sich sowohl im oratorischen Fach als auch in der Kammermusik zuhause fühlt. Konzertreisen führten sie bisher unter anderem nach Israel (Jerusalem, Bethlehem), Frankreich, Spanien, Italien (Rom), Brasilien (Rio de Janeiro), Schweden (Stockholm) und Belgien sowie in die Schweiz.

     

    Zweisprachig aufgewachsen, widmet sie sich im Bereich des Kunstliedes neben deutschen Komponisten auch bevorzugt Werken französischer Komponisten und gestaltet Liederabende mit deutsch-französischem Schwerpunkt. Darüber hinaus liegt ihr das Heranführen junger Menschen an das Singen sehr am Herzen. So ist sie seit 2012 Dozentin für Gesang an der Kirchenmusikalischen Fortbildungsstätte Schlüchtern. Ebenso ist sie seit 2015 als Dozentin für Gesang/Stimmbildung und als Chorleiterin an der Dommusik in Speyer tätig. Zudem wirkt sie als Solistin und als Mitglied des Ensembles Capella Spirensis regelmäßig bei der musikalischen Gestaltung von Konzerten und Messen im Dom zu Speyer mit.

  • Giorgia Cappello, Sopran

     

    Die Sopranistin Giorgia Cappello wurde 1995 in Mannheim als Tochter einer Musikerfamilie geboren. Derzeit studiert sie im Studiengang Master Konzert bei Professorin Ulrike Sonntag an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Ihren Bachelor begann sie bei Professorin Snežana Stamenković an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim und schloss ihn bei Bernhard Gärtner an der Musikhochschule Stuttgart 2020 ab.

     

    Ihre Musikalische Laufbahn startete im Kinderchor des Nationaltheaters Mannheim und im Domchor Speyer unter Markus Melchiori. Bereits während der Schulzeit war sie Mitglied im Kammerchor Stuttgart unter Frieder Bernius und der Gächinger Kantorei unter der Leitung von Hans-Christoph Rademann. Sie besuchte Meisterklassen unter anderem bei Margreet Honig, Benno Schachtner und Sibylla Rubens. In der Saison 2018/19 gab sie ihr Operndebüt als Ninfa in Claudio Monteverdis „L’Orfeo“ am Staatstheater Darmstadt, wo sie in der Spielzeit 2020 als Papagena in Wolfgang Amadeus Mozarts „Die Zauberflöte“ zu hören war. Die Rolle der Papagena verkörperte sie bereits im Sommer 2019 bei den Schlossfestspielen Ettlingen.

     

    Die Sopranistin arbeitete mit Dirigenten wie Daniel Cohen, Dan Ettinger, Rubén Dubrovsky und Howard Arman und wurde künstlerisch geprägt durch die Zusammenarbeit mit den RegisseurInnen Johannes Schaf, Susanne Gauchel und Ingo Kerkhof. Ihr momentanes Augenmerk liegt auf den Werken des Barocks sowie Mozarts und dem romantischen und zeitgenössischen Kunstlied, womit sie sich eine rege Konzerttätigkeit in Süddeutschland aufbauen konnte. Giorgia Cappello wird unter anderem durch die Studienstiftung der Deutschen Bischofskonferenz – das Cusanuswerk – gefördert.  2020 war sie Stipendiatin der Liedakademie des Heidelberger Frühlings unter der künstlerischen Leitung von Thomas Hampson.

  • Axel Paridon, Tenor

     

    Der Tenor Axel Paridon, geboren 1992 in Schwäbisch Gmünd, studierte an der Hochschule für Musik Saar (HfM Saar). Den künstlerischen Bachelor of Music im Fach Gesang schloss er 2021 ab. Der Abschluss im künstlerisch-pädagogischen Bachelor Gesang folgte im Jahr 2022. Sein Abitur mit Musik-Profil machte Paridon im Jahr 2011. Seinen ersten Gesangsunterricht hatte er ab 2012. Es folgte eine rege Aktivität in ambitionierten Jugendchören. Weitere Stimmbildung bekam der Tenor später unter anderem bei Teru Yoshihara.

     

    Im Schuljahr 2015/16 studierte Axel Paridon an der Berufsfachschule für Musik in Dinkelsbühl Ensembleleitung mit Hauptfach Gesang. Seine Teilnahme an Workshops und Meisterkursen für Gesang, Komposition und Chorleitung waren ebenso wie Konzertauftritte als Solist bei Messen und Oratorien maßgeblich für die Entwicklung seiner klassischen Stimme sowie seines musikalischen Bewusstseins.

     

    2018 war Axel Paridon als Tenor-Buffo in der Opernproduktion „Croesus“ des Saarländischen Staatstheaters Saarbrücken (SST) mit der HfM Saar in Saarbrücken zu sehen. 2021 folgte ebenda eine Rolle (Sam Borzalino) in der Produktion „Die Stumme Serenade“. 2021 hat er in der Beethoven-Oper „Fidelio“ bei der Kammeroper Schloss Rheinsberg den 1. Gefangenen gesungen. 2022 verkörperte er die Rolle des Albert Herring in der gleichnamigen Buffo-Oper von Benjamin Britten in einem weiteren Kooperationsprojekt der HfM Saar mit dem SST.

     

    Seit September 2022 unterrichtet Axel Paridon Gesang in Saarbrücken an der Musikschule Saar. Im September 2023 begann der Tenor, zusätzlich an der Musikschule Soundfabrik (Friedrichsthal) zu unterrichten.

     

     

  • Leon Tchakachow, Bariton

     

    Leon Tchakachow wurde 1996 in Germersheim geboren. Nach einem Schulmusikstudium in Mainz begann er sein Gesangsstudium bei Prof. Thilo Dahlmann an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt. Dieses setzt er derzeit bei Prof. Michelle Breedt fort. Seine Ausbildung wird ergänzt durch Meisterkurse unter anderem bei Brigitte Fassbaender, Michael Volle, Claudia Eder, David Jones, Hans Christoph Begemann und Götz Payer.

     

    Nachdem der junge Bariton an der Oper Frankfurt bereits als Leporello und in der Titelpartie in „Don Giovanni für Kinder“ zu erleben war, debütierte er in der Spielzeit 2021/22 auf der großen Bühne der Frankfurter Oper als Nicola in Umberto Giordanos „Fedora“. Seitdem agierte er dort als Diener in Strauss‘ „Capriccio“ und Flandrischer Deputierter in Verdis „Don Carlo“ sowie erneut in „Fedora“. Als Flandrischer Deputierter stellte er sich auch am Hessischen Staatstheater Wiesbaden vor. Am Staatstheater Darmstadt debütierte er 2023 als Rocco in Thierry Tidrows Jugendoper „Persona“.

    Im Dezember 2023 verkörperte er die Titelpartie in einer Hochschulproduktion von Purcells „Dido and Aeneas“.

     

    Seine erste musikalische Prägung erhielt Leon Tchakachow im Speyerer Domchor sowie weiteren Ensembles der Dommusik Speyer. Im Oratorienfach war er bereits unter anderem im Speyerer und Limburger Dom sowie in der Abteikirche Maria Laach und der Frankfurter Katharinenkirche zu erleben. Leon Tchakachow war Stipendiat des Richard-Wagner-Verbandes Frankfurt und wurde durch das Deutschlandstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert. Als Stimmbildner betreut er die jungen Männerstimmen des Mainzer Domchores.